14 Juli 2014 - 04:03
Irak: Nach nur wenigen Minuten vertagt Parlament seine Sitzung

Nach nur wenigen Minuten hat das irakische Parlament seine Sitzung zur Bestimmung einer neuen Führung vertagt.

Wie "IRNA" unter Berufung auf die irakische Nachrichtenagentur "Samaria" berichtet, musste der Alterspräsident, Mahdi al-Hafis, die Sitzung wegen Streitigkeiten unter den anwesenden Parlamentariern unterbrechen und die nächste Sitzung auf den kommenden Dienstag ansetzen. Auf der Tagesordnung stand die Wahl einer neuen Führung, also Präsident, Ministerpräsident und Parlamentspräsident. Damit dauert das gefährliche Machtvakuum, das den Vormarsch der Terrorgruppe " Islamischer Staat" begünstigt, weiter an. Zuvor hatte ein Block sunnitischer Parlamentarier bekanntgegeben, den Politiker Salim Al-Dschuburi als Parlamentspräsidenten vorzuschlagen. Dies weckte Hoffnungen auf eine erfolgreiche Wahlsitzung. Im Irak muss der Parlamentspräsident Sunnit, der Ministerpräsident Schiit und der Präsident Kurde sein. Dem Gesetz nach müssen die Abgeordneten zuerst den Parlamentspräsidenten bestimmen. Erst danach können sie den Präsidenten und später den Ministerpräsidenten wählen. Vor allem die Wahl des Regierungschefs dürfte sich in die Länge ziehen. Denn der umstrittene schiitische Ministerpräsident Nuri al-Maliki, der keine eigene Mehrheit im Parlament hat, strebt eine dritte Amtszeit an, während Sunniten und Kurden seinen Rücktritt fordern